blogage.de > Kibaum > . Auf dem Weg nach Santiago de Compostela
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Wer interessiert ist am Pilgern, kann einen schönen Einblick beim Pilgergottesdienst in Baunatal erhalten:

Am Sonntag, den 30.10.2011 um 10.00 Uhr in der Gethsemane-Kirche in Baunatal.

Wir freuen uns auf Euch!

www.kibaum.de

           

21. Oktober 2011

 

Schon wieder Wecken um 5.00 Uhr. Der letzte Tag bricht an und bleibt erst mal sehr dunkel.

Wir gehen um 7.00 Uhr im Stockdunkeln los und verirren uns fast auf unserem Weg durch den Wald. Die Stimmung ist schön abenteuerlich und mysteriös. Ein weiteres Highlight an diesem letzten Tag ist der kleine Gottesdienst in einer Kapelle am Weg. Es ist noch dunkel und bei Kerzenlicht hören wir Ergreifendes zum Thema Abendmahl. Bald kommen wir bereits an die Stadtgrenze von Lausanne. Doch immer wieder gehen wir auf Waldwegen bergab Richtung See und Stadtzentrum. Ein schöner Aussichtsturm liegt auf unserem Weg, fast alle wagen sich nach oben und genießen den wunderbaren Ausblick auf schneebedeckte Alpengipfel. Um 13.00 Uhr erreichen wir die Kathedrale von Lausanne. Unser Ziel dieses Abschnitts des Jakobswegs ist nun erreicht. Euphorisch fallen wir uns in die Arme und beglückwünschen uns gegenseitig. Nun bekommen wir eine Führung von einem pensionierten Pfarrer. Nicht alle können aufmerksam folgen, denn erstens findet gleichzeitig ein Filmdreh statt und alle schauen gerne den kostümierten Schauspielern zu und zweitens sind wir alle erschöpft und von der gesamten Reise völlig mit Eindrücken angefüllt.

Leider steht uns noch ein weiterer halbstündiger Marsch zu unserer Unterkunft bevor. Dort angekommen werden wir von unserer Gastgebergemeinde mit einer leckern Kürbissuppe empfangen. Um 18.00 Uhr feiern wir unseren Abschlussgottesdienst. Er soll einen Überblick über alle unsere Etappen und die Themen-Medaillons bieten. Eine herzliche Abendmahlsrunde beschließt diesen letzten Gottesdienst.

Unsere Köche haben ein wunderbares Festmahl gezaubert. Zürcher Geschnetzeltes, Rösti und Salat schmecken hervorragend und es gibt heute sogar Rotwein, Nachtisch und Käseplatte.

Sehr fröhlich, gemütlich und gesellig lassen wir den letzten Abend ausklingen.

   

20. Oktober 2011

Nach einer angenehmen Nacht in bequemen Bunkerbetten wachen wir, durch Arnim, um 5.30 Uhr auf. Und wie durch ein Wunder sind bei vielen die nassen Schuhe vom Vortag wieder trocken. Das Frühstück fällt etwas kürzer aus da wir vor dem Abmarsch noch den Bunker besenrein bekommen müssen. Bei eisiger Kälte um +1°C laufen wir in Richtung Meziers los. Wir denken erst, dass das Wetter es auch heute nicht gut mit uns meint, da es immer noch etwas regnet. Nach etwa 45 min reißt der Himmel dann aber schließlich doch auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Das hebt die Gruppenstimmung enorm an. Dadurch ist der Weg, der fast nur über Teerstraßen verläuft, gar nicht mehr so anstrengend.

Nach etwa zwei Stunden des Weges bekommen wir unseren heutigen Impuls zum Thema Abendmahl mit folgenden Fragen:

Warum sind wir beim Abendmahl meist sehr ernst und eher bedrückt? Warum sind Christen oft nicht glücklich?

Wir hören zwei Geschichten und sollen uns klar machen welche uns ärgert und warum und ob wir die Geschichte vom breiten und schmalen Weg kennen, die Protestanten oft begleitet.

Eine sehr langweilige Strecke an einem Bachlauf entlang denken wir schweigend über unsere Fragen nach. Wir gelangen in den Ort Moudon. Dort machen wir Mittagspause und es folgt der Austausch zum Thema, diesmal in aufgeteilt in Männer- und Frauengruppen. Das Wetter ist herrlich und so wollen wir während des Austauschs nicht in der Kirche sitzen, sondern draußen auf dem belebten Platz in der Sonne.

Nun führt uns noch ein sehr langer Weg zu unserem Quartier. Es ist ein alter Hof, der zur Pilgerunterkunft umgebaut wurde. Leider ist es nicht ganz so gemütlich und sauber, aber immerhin bekommt jeder ein eigenes Bett.

Am Abend machen wir keinen ausführlichen Gottesdienst, da die Kirche zu weit entfernt ist. Wir halten uns nach Abendessen und Feedbackrunde an unser Thema Abendmahl und lassen allen Pilgern etwas Besonderes zukommen: Das Team salbt den Pilgern reihum die Füße. Eine sehr besondere Atmosphäre breitet sich im Raum aus. Danach fühlen sich alle entspannt und zum Abschluss des Tages feiern wir das Abendmahl.

19. Oktober 2011

5.00 Uhr Wecken! Wieder einmal. Das geht heute vielen an die Substanz. Es fehlt der Kaffee und die Küche bleibt heute zum Frühstück dunkel. Extrem erschwerte Bedingungen. Im Dunkeln findet auch der Aufbruch statt. Nach 2 Stunden fängt jetzt der Regen an und hört heute nicht mehr auf. Drei Kirchen bieten uns Zufluchtsort, Trockenheit und „Wärme“. In der ersten singen wir, in der zweiten bekommen wir unseren Impuls zum Thema Abendmahl mit drei Fragen:

1 Wie hast Du das Abendmahl kennen gelernt?

2 Womit hast Du dabei Probleme?

3 Wie würdest Du Dir das ideale Abendm ahl erträumen?

 

In der dritten Kirche machen wir Mittagspause und danach den Austausch zu den Fragen.

Plötzlich bewegt sich der riesige Kronleuchter in der Mitte der Kirche einen halben Meter abwärts. Wir flüchten an den Rand und beobachten gebannt das magische Geschehen. Immer weiter senkt sich der Leuchter und dreht sich. Putz bröckelt von der Decke. Gleichzeitig öffnet sich die automatische Kirchentür wie von Geisterhand, es ist keiner in der Nähe.

Da es nach dem Austausch immer noch regnet, beschließen wir die letzten ca. 10 km bis nach Romont fast durch zu laufen. Kurz vor dem Ziel treffen wir uns alle in einem Frauenkloster und laufen dann die letzten paar Meter zum Bunker.

Dort angekommen können wir endlich die nassen Sachen ausziehen und trocknen. Als auch alle fröhlich geduscht haben, weht ein frischer Duft durch den Bunker. Da wir keine Kirche haben, in der wir pünktlich unseren Gottesdienst halten können, gestalten wir den Abend etwas um. Wir essen zuerst lecker Nudeln mit heller Soße und Salat. Im Anschluss daran folgt die Feedbackrunde.

Anstatt Gottesdienst feiern wir im Bunker unser Abendmahl. Die Atmosphäre dabei ist bedrückend, da bei einigen eine gewisse Nachdenklichkeit über Kriegs- und Notfallsituationen aufkommt.

Fribourg!

21:55

           

18. Oktober 2011

Heute werden wir von echtem Glockengeläut geweckt. Zum Frühstück gibt es eine Sensation:

Unsere Ingrid zaubert uns ein wunderbares Rührei mit Speck. Gestärkt brechen wir alle auf, vergessen aber nicht uns vorher noch einen köstlichen Apfel zu schnappen. Unsere Gastgeber haben uns eine Riesenkiste davon geschenkt.

Das Wetter lässt heute nichts zu wünschen übrig, strahlender Sonnenschein begleitet uns den ganzen Tag. Zwei Stunden gehen wir leicht auf und ab, dann bekommen wir unseren Impuls.

Das Kreuz lässt uns auch heute nicht los. Wir hören Jesu letzte sieben Worte und sollen auswählen welche aus unserer persönlichen Sicht am besten zum Medaillon passen.

Außerdem sollen wir über die Bedeutung dieser Sätze nachdenken. Als letzte Aufgabe sollen wir letzte Worte überlegen, die wir schon miterlebt haben oder entsprechende Themen aus Filmen. Dieses tiefgehende Thema beschäftigt einige Pilger sehr.

Nachmittags machen wir uns auf und durchqueren eine wunderschöne Schlucht. Ein sehr abwechslungsreicher Weg über Brücken, Treppen, Bachläufe und unter Felsen hindurch führt uns nach Fribourg, unserem heutigen Zielort. Nun sind wir in der französischsprachigen Schweiz angekommen. Dies ist eine neue kommunikative Herausforderung. Das Stadtbild ist wunderschön und schon sehr französisch. Ein kleiner Kulturschock erwartet uns, denn es ist sehr laut und belebt. In der großen Kathedrale singen wir drei Lieder.

Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir am Quartier an. Heute übernachten und essen wir in einem riesigen Saal, wo jeder laut Achim noch zwei Freunde mit hinein bringen könne. Nach dem Gottesdienst in einer sehr modernen, kleinen Kapelle gibt es Hühnersuppe mit Reis und wie immer eine Feedbackrunde. Guten Nacht ihr alle!


17. Oktober 2011

Heute ist ein besonderer Tag für unseren Jonas, denn er hat Geburtstag. Wir singen ihm alle zusammen vor dem Frühstück ein Ständchen mit der Melodie von „Meine Hoffnung und meine Freude“. Dann bekommt er von uns noch einen Gutschein für einen neuen Rucksack. Er bekommt außerdem von unserem Küchenteam noch einen ganzen Laib Brot als Sandwich.

Wir verabschieden uns von den Gastgebern und machen uns gleich steil bergauf in Richtung Schwarzenburg. Leider ist der gesamte Berg, den wir besteigen, in dichten Nebel gehüllt. Da wir die Aussiecht nicht genießen können, wird über die kommende Unterkunft diskutiert. Dabei wird immer wieder die eine Frage gestellt: „Fenster oder Duschen“. Dies bezieht sich darauf ob wir im Bunker sind oder nicht.

Nach etwa einer Stunde bekommen wir unseren Impuls zum fünften Medaillon, das die Kreuzigung Jesu zeigt. Dazu sollen wir uns ein Kreuz aus unserer Vergangenheit heraussuchen und beschreiben oder zeichnen. Danach hören wir verschiedene Sätze zum Thema Kreuz. Wir sollen über einen der Sätze dann eine Stunde lang schweigend nachdenken.

Die Sätze lauteten zum Beispiel:

- Gott liebt uns so sehr, dass er auch vor dem Kreuz nicht zurückschreckt.

- Das Kreuz überwindet alle Kreuze

- Das Kreuz tröstet mich

- Am Kreuz kann ich mich festhalten

- Am Kreuz ist Gott am Ende

 

Gegen 16.00 Uhr erreichen wir unser Ziel: Schwarzenburg. Dort müssen wir noch etwas auf unsere Fahrer warten, die wegen technischer Probleme noch in die Autowerkstatt mussten. Alle genießen das herrliche Sonnenwetter vor dem schönen Gemeindehaus. Manche machen auch noch Großeinkäufe in den Supermärkten. Dann dürfen wir ins Haus, unser Gepäck ist nun auch angekommen und es gibt unerwartet nicht nur Fenster, sondern auch Duschen in einer nahen Turnhalle. Seit fünf Tagen freuen wir uns darauf.

Der Abend endet wie gewohnt mit einem berührenden Gottesdienst in einer sehr kleinen, alten Kapelle. Wir bekommen sogar ein selbstgebackenes Brot zum Abendmahl.

 

Jonas´ Geburtstagslied

Melodie: „Meine Hoffnung und meine Freude“             

 

1:         Unser Jonas hat heut Geburtstag
            Happy Birthday to you!
Ref:    Jonas unser Neonlicht!
            wohin wir blicken wir sehen dich!
            wohin wir blicken wir sehen dich!

 

2:         Deine Outfits sind ausgefallen

            Und die Gruppenstimmung steigt.

Ref:    Jonas unser Neonlicht!
            wohin wir blicken wir sehen dich!
            wohin wir blicken wir sehen dich!

 

3:         Morgenmuffel und Frühstücksschleifer

            Doch Du bist pünktlich dabei

Ref:    Jonas unser Neonlicht!
            wohin wir blicken wir sehen dich!
            wohin wir blicken wir sehen dich!

 

4.         Alles Gute für die Zukunft,

            viel Erfolg und viel Glück!

Ref:    Jonas unser Neonlicht!
            wohin wir blicken wir sehen dich!
            wohin wir blicken wir sehen dich!

 

 

  

16. Oktober 2011

Ein kleiner Sonntagsspaziergang von 20 Kilometern; hier die wichtigsten Infos:

Zielort wird Wattenwil sein. Wetterlage: bedeckt und kühl. Aufbruch: 7.30 Uhr. Besonderheiten: Turmruine am Wegesrand, resolute Schweizerin vertreibt uns aus der Mehrzweckhalle, älteste Kirche der Schweiz, frühe Ankunft gegen 15.00 Uhr, Zeit zum Entspannen und Ausruhen.

Impulsfragen zum Thema Leiden und Passion:

1 Woran leide ich?

2 Worin bin ich gefangen?

3 Was fesselt mich?

 

Das Abendessen wird heute vorgezogen, da alle hungrig sind und es sonst abends immer sehr spät wird. Um 19.00 Uhr halten wir unseren Gottesdienst. Zum ersten Mal auf dieser Etappe sind viele „Einheimische“ aus Wattenwil dabei. Das ist sehr feierlich und berührend. Nach dem Gottesdienst gibt es ein fröhliches Zusammensein mit den Wattenwilern im Gemeindehaus. Es ist interessant sich auszutauschen und zusammen Tee zu trinken. Wir werden hier sehr herzlich aufgenommen. Auch in der Kirche schlafen ist möglich. Wie gewohnt gehen wir nach der Feedbackrunde ins Bett.

               15. Oktober 2011

Ausschlafen: das bedeutet, dass wir erst um 7.15 Uhr geweckt werden. Ganz gemütlich können alle packen und frühstücken. Dann bekommen wir in der schönen Kirche unseren Impuls. Wir sind beim vierten Medaillon angekommen. Dieses zeigt die Gefangennahme Jesu. Viele Personen sind auf dem Medaillon abgebildet; neben Jesus sind Petrus, Judas, Malchus, ein römischer Soldat und ein Hohepriester zu sehen. Unsere Aufgabe für den Weg ist, sich eine Figur auszusuchen und ihre Motivation und Gefühlslage nachzuvollziehen.

Wir gehen nun zum Thuner See um dort am Bootsanleger "Beatus-Höhlen" das Boot nach Spiez zu erreichen. Wir möchten dort gerne früh ankommen, denn der Nachmittag und Abend soll den Pilgern heute zur freien Verfügung stehen. Doch unsere "kurze" Bootsfahrt gerät zur Kreuzfahrt auf dem Thuner See. Wir genießen die Ruhepause auf dem Schiff und das herrliche Wetter hebt die Stimmung.

Endlich in Spiez angekommen bekommen wir von unseren Fahrern erst mal einen kleinen Mittagsimbiss. Im Gemeindehaus (das einen herrlichen Panoramablick auf die Bergwelt bietet) richten sich alle häuslich ein, waschen sich und die Wäsche, genießen die lange Ruhepause. Es wird fleißig eingekauft und wir schmieden Pläne für das Abendessen. Unsere Köche haben heute eine wohlverdiente Pause.

Heute besuchen wir einen Gottesdienst der hiesigen Gemeinde. Es ist eine musikalische Meditation zu einem Abendlied. Der Organist spielt verschiedene Variationen zum Choralsatz von Johann Sebastian Bach.

Die Abendgestaltung ist frei und jeder kann tun und lassen was er gerne möchte.

 

           

Highlight-Telegramm

Bahnfahrt zum Büningpass –Impuls: groß und klein in Gottes Schöpfung – Zettelwirtschaft mit Überraschung – Märchenwald im Nebel – schmerzhaft langer Abstieg – Bootsfahrt im Sonnenschein – klares Gebirgswasser – Auf und Ab am Seeufer – windiger Austausch – langer Marsch zum Ziel  - wunderbarer Ausblick auf Mönch und Jungfrau– herzlicher Empfang in Interlaken - frisches Abendessen – warme Kirche – schöner Gottesdienst – Morgen: AUSSCHLAFEN!!

 

Danke!

22:02

Lieber Achim, lieber Heinz,

spontan habt Ihr eine fast unlösbare Aufgabe übernommen und meistert diese mit Bravour.

40 Pilger jeden Tag mit allem Nötigen zu versorgen ist zu zweit beinahe unlösbar.

Jeden Tag staunen wir über Eure Kochkünste und Euer fürsorgliches Engagement. Schon morgens läuft es mit dem Frühstück rund und wir genießen das frische Brot, das ihr extra früh für uns beim Bäcker holt. Es ist eine Freude Euch in der Mittagspause zu sehen, da steht ein schön aufgebauter „Imbisswagen“ mit Sonnenschirm, liebevoll geschnittenem Gemüse und selbst gemachter Quarkspeise, sogar nach „Bircher Müesli Art“. Des Abends kommen wir in unsere jeweilige Unterkunft und es duftet nach Essen, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Und wie von Geisterhand ist das Gepäck auch schon im Haus. Die Abendessen sind reichhaltig und abwechslungsreich und Sonderwünsche werden sogar noch schneller erfüllt. Auch im Pilger-Service inbegriffen sind diverse Dienstleistungen z.B. Einkäufe, Arztfahrten und die Beherbergung geschwächter Pilger (auch bekannt als Praktikum)

Für all dies möchten wir uns im Namen der gesamten Gruppe herzlich bedanken. Man kann Euch nicht mit Gold aufwiegen und wir wüssten nicht was wir ohne Euch tun sollten.

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